Восприятие пространства на примере предлогов и наречий в немецком эпосе в лингвокультурном аспекте
|
Einleitung 5
1. Kapitel 7
Raumkategorie in kulturellem und sprachlichem Aspekt 7
1.1. Raumerfahrung in deutscher und russischer Kultur 7
1.2. Eigenheiten von epischer Raumerfahrung 10
1.3. Typen von räumlichen Beziehungen und Lokalisierungsarten 14
1.4. Präpositionen und ihre lokalen Bedeutungen 19
1.5. Adverbien 26
1.6. Fazit 31
2. Kapitel 34
Lokale Präpositionen und Adverbien als Spiegel der Raumwahrnehmung 34
2.1. Präpositionen und ihre Rolle beim Widerspiegeln der räumlichen Beziehungen 34
2.1.1. In – в 34
2.1.2. Vz – из 37
2.1.3. Von – с, от 40
2.1.4. Ze – к, до 43
2.1.5. Vf – на 46
2.1.6. An – на, к, у 49
2.1.7. Bi – у, среди 52
2.1.8. Vber, durch – чрез, по, сквозе 54
2.1.9. Gegen – к 58
2.1.10. Hinder – за 59
2.1.11. Vnter – под 60
2.1.12. Zwischen – междю 61
2.1.13. Vor 62
2.1.14. Fazit 63
2.2. Räumliche Adverbien als Ausdrucksmittel von Raumerfahrung 64
2.2.1. Undeiktische Adverbien 65
2.2.2. Deiktische Adverbien 68
2.2.3. Fazit. 71
Zusammenfassung 73
Literaturverzeichnis 76
1. Kapitel 7
Raumkategorie in kulturellem und sprachlichem Aspekt 7
1.1. Raumerfahrung in deutscher und russischer Kultur 7
1.2. Eigenheiten von epischer Raumerfahrung 10
1.3. Typen von räumlichen Beziehungen und Lokalisierungsarten 14
1.4. Präpositionen und ihre lokalen Bedeutungen 19
1.5. Adverbien 26
1.6. Fazit 31
2. Kapitel 34
Lokale Präpositionen und Adverbien als Spiegel der Raumwahrnehmung 34
2.1. Präpositionen und ihre Rolle beim Widerspiegeln der räumlichen Beziehungen 34
2.1.1. In – в 34
2.1.2. Vz – из 37
2.1.3. Von – с, от 40
2.1.4. Ze – к, до 43
2.1.5. Vf – на 46
2.1.6. An – на, к, у 49
2.1.7. Bi – у, среди 52
2.1.8. Vber, durch – чрез, по, сквозе 54
2.1.9. Gegen – к 58
2.1.10. Hinder – за 59
2.1.11. Vnter – под 60
2.1.12. Zwischen – междю 61
2.1.13. Vor 62
2.1.14. Fazit 63
2.2. Räumliche Adverbien als Ausdrucksmittel von Raumerfahrung 64
2.2.1. Undeiktische Adverbien 65
2.2.2. Deiktische Adverbien 68
2.2.3. Fazit. 71
Zusammenfassung 73
Literaturverzeichnis 76
Raumerfahrung unterscheidet sich bei verschiedenen Völkern. Diese Unterscheidungen werden durch Gebrauch der Wörter ausgeprägt, die zum semantischen Feld der Lokalität gehören. In der vorliegenden Masterarbeit wird geforscht, auf welche Weise Präpositionen und Adverbien mit spatialer Semantik die Kategorie der Lokalität in den mittelhochdeutschen und altrussischen Sprachen am Beispiel von Werken des mittelalterlichen Eposes Das Nibelungenlied und Das Igorlied widerspiegeln. Außerdem werden diese Mittel klassifiziert, und die Faktoren, die die Wahrnehmung dieser Kategorie beeinflussen, werden festgestellt.
Die Relevanz der Arbeit wird durch Interesse der Wissenschaftler an Kategorie des Raums und ihrem sprachlichen Ausdruck bedingt. Darüber hinaus war der richtige Gebrauch von Präpositionen immer der Stein des Anstoßes beim Fremdsprachenlernen, und in dieser Arbeit wird ein Versuch unternommen, die Hauptmodelle des Gebrauchs der lokalen Präpositionen festzulegen. Außerdem wird in der vorliegenden Arbeit Vergleichsanalyse von Raumerfahrung in deutschen und russischen Kulturen durchgeführt.
Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit sind 289 ausgewählte Belege (150 deutsche und 139 russische), die Präpositionen und Adverbien enthalten. Diese Belege stammen von Dem Nibelungenlied und von Dem Igorlied. Es gibt drei Manuskripte von Dem Nibelungenlied, hier wird das Manuskript C geforscht, da es zeitlich am nächsten zu Dem Igorlied steht.
Das Hauptziel der Masterarbeit ist es, Einzelheiten der Wahrnehmung des Raums am Beispiel von lokalen Präpositionen und Adverbien festzustellen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Erwägung zu ziehen und zu erklären.
Zur Erreichung dieses Zieles sind folgende Aufgaben zu erledigen:
1) Faktoren, die Raumwahrnehmung von Deutschen und Russen beeinflusst haben,
2) der Begriff der Lokalität in Linguistik zu untersuchen;
3) die existierenden Klassifizierungen von lokalen Präpositionen und Adverbien zu betrachten;
4) die untersuchten Mittel der Lokalität im geforschten Material herauszufinden und zu vergleichen;
5) Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Raumerfahrung der untersuchten Kulturen festzustellen und zu beschreiben.
Die Untersuchungsmethode, die in der Masterarbeit angewandt wurden, sind die Methode der gezielten Stichprobe, diskursive Methode, die kontrastiv-vergleichende Methode, so wie diachronische und linguokulturelle Analyse.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Hauptkapitel. Im ersten Kapitel werden theoretische Ansätze zum Raumkategorie in der modernen Linguistik behandelt und die bestehende Ansichtsweise anlässlich der Semantik und Rolle der Präpositionen und Adverbien beleuchtet. Außerdem werden kulturelle Aspekte der Raumerfahrung betrachtet. (Werke von W. Apressjan, I. Lewontina, A. Schmelew, A.Gurewitsch, D. Lichatschow, G. Rauh, C. Wich-Reif, J. Wiktorowicz.)
Das zweite Kapitel setzt sich mit der Analyse von mittelhochdeutschen und altrussischen Präpositionen und Adverbien auseinander. Dabei werden etymologische Angaben miteinbezogen. Auf diese Weise werden tieferliegende Vorstellungen der Urgermanen und der Slawen vom Raum aufgedeckt und nebeneinandergestellt.
Im Anschluss werden die Forschungsergebnisse resümiert. Es folgt das Literaturverzeichnis.
Die Relevanz der Arbeit wird durch Interesse der Wissenschaftler an Kategorie des Raums und ihrem sprachlichen Ausdruck bedingt. Darüber hinaus war der richtige Gebrauch von Präpositionen immer der Stein des Anstoßes beim Fremdsprachenlernen, und in dieser Arbeit wird ein Versuch unternommen, die Hauptmodelle des Gebrauchs der lokalen Präpositionen festzulegen. Außerdem wird in der vorliegenden Arbeit Vergleichsanalyse von Raumerfahrung in deutschen und russischen Kulturen durchgeführt.
Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit sind 289 ausgewählte Belege (150 deutsche und 139 russische), die Präpositionen und Adverbien enthalten. Diese Belege stammen von Dem Nibelungenlied und von Dem Igorlied. Es gibt drei Manuskripte von Dem Nibelungenlied, hier wird das Manuskript C geforscht, da es zeitlich am nächsten zu Dem Igorlied steht.
Das Hauptziel der Masterarbeit ist es, Einzelheiten der Wahrnehmung des Raums am Beispiel von lokalen Präpositionen und Adverbien festzustellen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Erwägung zu ziehen und zu erklären.
Zur Erreichung dieses Zieles sind folgende Aufgaben zu erledigen:
1) Faktoren, die Raumwahrnehmung von Deutschen und Russen beeinflusst haben,
2) der Begriff der Lokalität in Linguistik zu untersuchen;
3) die existierenden Klassifizierungen von lokalen Präpositionen und Adverbien zu betrachten;
4) die untersuchten Mittel der Lokalität im geforschten Material herauszufinden und zu vergleichen;
5) Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Raumerfahrung der untersuchten Kulturen festzustellen und zu beschreiben.
Die Untersuchungsmethode, die in der Masterarbeit angewandt wurden, sind die Methode der gezielten Stichprobe, diskursive Methode, die kontrastiv-vergleichende Methode, so wie diachronische und linguokulturelle Analyse.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Hauptkapitel. Im ersten Kapitel werden theoretische Ansätze zum Raumkategorie in der modernen Linguistik behandelt und die bestehende Ansichtsweise anlässlich der Semantik und Rolle der Präpositionen und Adverbien beleuchtet. Außerdem werden kulturelle Aspekte der Raumerfahrung betrachtet. (Werke von W. Apressjan, I. Lewontina, A. Schmelew, A.Gurewitsch, D. Lichatschow, G. Rauh, C. Wich-Reif, J. Wiktorowicz.)
Das zweite Kapitel setzt sich mit der Analyse von mittelhochdeutschen und altrussischen Präpositionen und Adverbien auseinander. Dabei werden etymologische Angaben miteinbezogen. Auf diese Weise werden tieferliegende Vorstellungen der Urgermanen und der Slawen vom Raum aufgedeckt und nebeneinandergestellt.
Im Anschluss werden die Forschungsergebnisse resümiert. Es folgt das Literaturverzeichnis.
In der Masterarbeit wurden die Schlüsselelemente der Raumerfahrung von Russen und Deutschen betrachtet, und zwar, auf welche Weise sie ihre Widerspiegelung in mittelhochdeutschen und altrussischen Präpositionen und Adverbien finden. Dabei wurden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgedeckt.
Zur Erfüllung der in der vorliegenden Arbeit gestellten Aufgabe hat man aus dem Nibelungenlied und aus dem Igorlied Beispiele mit räumlichen Präpositionen und Adverbien ausgesucht. Dann wurden diese Beispiele analysiert und beschrieben, dabei hat man eine besondere Aufmerksamkeit den Gebrauchseigenheiten von jeder herausgefundenen Präposition und von jedem in den Texten vorhandenen Adverb geschenkt. Weiter wurden die Präpositionen und Adverbien nach den Typen der von ihnen bezeichneten räumlichen Beziehungen in Gruppen geteilt und klassifiziert. Bei der Klassifizierung wurde auch die Semantik der Bezugswörter von den geforschten Wortarten berücksichtigt.
Im erforschten Material wurden folgende Kombinationsmodelle der Präpositionen mit Substantiven (auf der Grundlage der semantischen Bedeutungen von Substantiven) herausgestellt:
1) Präposition + Objekte der physischen Geographie (Elemente der Landschaft; Relief);
2) Präposition + Objekte der politischen Geographie (Länder und Städte);
3) Präposition + Elemente der Stadtarchitektur (Kirchen, Burgen usw.);
4) Präposition + Abstrakta (Himmel, Ferne usw.).
Diese Modelle lassen sich in beiden erforschten Werken herausfinden, sie kommen aber mit verschiedener Häufigkeit auf. Im Nibelungenlied sind die Modelle 1 – 3 am meisten verwendet, und im Igorlied sind die Modelle 1 und 2 am häufigsten. Das zeugt davon, dass in Raumwahrnehmung der Slawen die zur städtischen Landschaft gehörenden Objekte nicht typisch waren.
Gebrauchshäufigkeit von einzelnen Präpositionen bringt auch einige beachtenswerten Ergebnisse. Die verbreitetste Präposition im Nibelungenlied ist ze, während im Igorlied der Spitzenreiter die Präposition на ist. Im Kapitel 2 wurde festgelegt, dass на den Aufenthalt auf einem weiten und flachen Objekt bezeichnet. Ihr mittelhochdeutsche Analoga vf steht nur am Platz 5 nach der Gebrauchshäufigkeit. Infolgedessen lässt sich annehmen, dass in Raumerfahrung der Slawen weite und flache Objekte ein charakteristisches Element waren, aber im Weltbild der Germanen spielten diese Objekte keine besondere Rolle. Die Tatsache, dass die Präpositionen in und в den Platz 2 einnehmen, beweist, dass dieses Typ der räumlichen Beziehungen (Aufenthalt eines Objektes innerhalb eines Raums) sich im Bewusstsein von beiden Völkern festsetzte.
Dazu wird erwähnt, dass sogar nach der Bedeutung ähnliche Präpositionen sich in von ihnen erfüllten Funktionen unterscheiden können. Oft hat eine mittelhochdeutsche Präposition manche Analoga im Altrussischen und umgekehrt. Das wird dadurch bedingt, dass jede Präposition über ein umfangreiches semantisches Feld verfügt, deshalb ist es fast unmöglich, zwei absolut identische Wörter zu finden.
Mittels der in der Masterarbeit durchgeführten Analyse wurde festgestellt, dass das Vorhandensein oder die Abwesenheit des Kontakts zwischen dem Lokatum und Relatum die Wahl der Präposition in mittelhochdeutscher Sprache beeinflusst. Das weist darauf hin, dass in der Raumerfahrung der Germanen diesen Kontakt von Bedeutung war. Der Grund dafür kann darin liegen, dass es den Grad der Nähe zwischen den Objekten markiert. Diese Berührung der Objekte kann auch die Zugehörigkeit des Lokatums dem Relatum erweisen, was in die Opposition eigen – fremd gut hineinpasst. Für die altrussische Sprache ist es nicht typisch, auf einen solchen Kontakt hinzuweisen.
Der diachronischen Analyse zufolge ist zu schließen, dass verschiedene Weltanschauungen der Germanen und der Slawen in der Semantik von Adverbien verankert sind. Heute sind diese Unterschiede schon verdunkelt, aber sie kommen ins Licht mit Hilfe von Etymologie. Es gilt auch zu bemerken, dass Semantik von den im erforschten Material aufgedeckten Adverbien Hauptbegriffe von Raumerfahrung in deutscher und russischer Kulturen widerspiegelt. Im altrussischen Material werden oft die Adverbien gebraucht, die Weite und Grenzenlosigkeit bezeichnen, während im mittelhochdeutschen Werk sie auf den Entfernungsgrad zwischen den Objekten hinweisen. Dadurch erklärt sich die Gebrauchshäufigkeit von deiktischen Adverbien im Nibelungenlied.
Manche altrussischen und mittelhochdeutschen Adverbien besitzen nicht nur lokale, sondern auch temporale Bedeutung. Diese Adverbien sind in beiden Sprachen deiktisch und können ein Objekt nur in Bezug auf ein anderes lokalisieren.
Neben den oben beschriebenen Unterschieden gibt es auch die Gemeinsamkeiten im Gebrauch von lokalen Präpositionen und Adverbien bei ähnlichen Typen der räumlichen Beziehungen. Diese Gemeinsamkeiten können durch Zugehörigkeit des Russischen und des Deutschen zu der indoeuropäischen Sprachfamilie erklärt werden.
Zur Erfüllung der in der vorliegenden Arbeit gestellten Aufgabe hat man aus dem Nibelungenlied und aus dem Igorlied Beispiele mit räumlichen Präpositionen und Adverbien ausgesucht. Dann wurden diese Beispiele analysiert und beschrieben, dabei hat man eine besondere Aufmerksamkeit den Gebrauchseigenheiten von jeder herausgefundenen Präposition und von jedem in den Texten vorhandenen Adverb geschenkt. Weiter wurden die Präpositionen und Adverbien nach den Typen der von ihnen bezeichneten räumlichen Beziehungen in Gruppen geteilt und klassifiziert. Bei der Klassifizierung wurde auch die Semantik der Bezugswörter von den geforschten Wortarten berücksichtigt.
Im erforschten Material wurden folgende Kombinationsmodelle der Präpositionen mit Substantiven (auf der Grundlage der semantischen Bedeutungen von Substantiven) herausgestellt:
1) Präposition + Objekte der physischen Geographie (Elemente der Landschaft; Relief);
2) Präposition + Objekte der politischen Geographie (Länder und Städte);
3) Präposition + Elemente der Stadtarchitektur (Kirchen, Burgen usw.);
4) Präposition + Abstrakta (Himmel, Ferne usw.).
Diese Modelle lassen sich in beiden erforschten Werken herausfinden, sie kommen aber mit verschiedener Häufigkeit auf. Im Nibelungenlied sind die Modelle 1 – 3 am meisten verwendet, und im Igorlied sind die Modelle 1 und 2 am häufigsten. Das zeugt davon, dass in Raumwahrnehmung der Slawen die zur städtischen Landschaft gehörenden Objekte nicht typisch waren.
Gebrauchshäufigkeit von einzelnen Präpositionen bringt auch einige beachtenswerten Ergebnisse. Die verbreitetste Präposition im Nibelungenlied ist ze, während im Igorlied der Spitzenreiter die Präposition на ist. Im Kapitel 2 wurde festgelegt, dass на den Aufenthalt auf einem weiten und flachen Objekt bezeichnet. Ihr mittelhochdeutsche Analoga vf steht nur am Platz 5 nach der Gebrauchshäufigkeit. Infolgedessen lässt sich annehmen, dass in Raumerfahrung der Slawen weite und flache Objekte ein charakteristisches Element waren, aber im Weltbild der Germanen spielten diese Objekte keine besondere Rolle. Die Tatsache, dass die Präpositionen in und в den Platz 2 einnehmen, beweist, dass dieses Typ der räumlichen Beziehungen (Aufenthalt eines Objektes innerhalb eines Raums) sich im Bewusstsein von beiden Völkern festsetzte.
Dazu wird erwähnt, dass sogar nach der Bedeutung ähnliche Präpositionen sich in von ihnen erfüllten Funktionen unterscheiden können. Oft hat eine mittelhochdeutsche Präposition manche Analoga im Altrussischen und umgekehrt. Das wird dadurch bedingt, dass jede Präposition über ein umfangreiches semantisches Feld verfügt, deshalb ist es fast unmöglich, zwei absolut identische Wörter zu finden.
Mittels der in der Masterarbeit durchgeführten Analyse wurde festgestellt, dass das Vorhandensein oder die Abwesenheit des Kontakts zwischen dem Lokatum und Relatum die Wahl der Präposition in mittelhochdeutscher Sprache beeinflusst. Das weist darauf hin, dass in der Raumerfahrung der Germanen diesen Kontakt von Bedeutung war. Der Grund dafür kann darin liegen, dass es den Grad der Nähe zwischen den Objekten markiert. Diese Berührung der Objekte kann auch die Zugehörigkeit des Lokatums dem Relatum erweisen, was in die Opposition eigen – fremd gut hineinpasst. Für die altrussische Sprache ist es nicht typisch, auf einen solchen Kontakt hinzuweisen.
Der diachronischen Analyse zufolge ist zu schließen, dass verschiedene Weltanschauungen der Germanen und der Slawen in der Semantik von Adverbien verankert sind. Heute sind diese Unterschiede schon verdunkelt, aber sie kommen ins Licht mit Hilfe von Etymologie. Es gilt auch zu bemerken, dass Semantik von den im erforschten Material aufgedeckten Adverbien Hauptbegriffe von Raumerfahrung in deutscher und russischer Kulturen widerspiegelt. Im altrussischen Material werden oft die Adverbien gebraucht, die Weite und Grenzenlosigkeit bezeichnen, während im mittelhochdeutschen Werk sie auf den Entfernungsgrad zwischen den Objekten hinweisen. Dadurch erklärt sich die Gebrauchshäufigkeit von deiktischen Adverbien im Nibelungenlied.
Manche altrussischen und mittelhochdeutschen Adverbien besitzen nicht nur lokale, sondern auch temporale Bedeutung. Diese Adverbien sind in beiden Sprachen deiktisch und können ein Objekt nur in Bezug auf ein anderes lokalisieren.
Neben den oben beschriebenen Unterschieden gibt es auch die Gemeinsamkeiten im Gebrauch von lokalen Präpositionen und Adverbien bei ähnlichen Typen der räumlichen Beziehungen. Diese Gemeinsamkeiten können durch Zugehörigkeit des Russischen und des Deutschen zu der indoeuropäischen Sprachfamilie erklärt werden.



